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Im Kloster zu Lisieux ist Waschtag, Waschtag im Winter. Das Wasser ist eisig kalt und die Hände werden steif vom Frost. Schwester Theresia muss bei der Wäsche aushelfen. Die Schwester aber, die wäscht, ist unachtsam. Ohne Rücksicht patscht sie drauflos, so dass das kalte, schmutzige Waschwasser der Schwester Theresia in einem fort ins Gesicht und auf die Kleider spritzt.

Was tut Thérèse daraufhin?

Läuft sie fort?
Nein, sie bleibt.

Fährt sie die unachtsame Mitschwester an, sie solle das gefälligst sein lassen?
Nein, sie schweigt.

Oder patscht sie etwa der anderen das Wasser geradeso ins Gesicht, wie sie es ihr tut?
Nein, das tut sie auch nicht.

Was tut sie denn?

Das erzählt sie selbst in der ihr eigenen Art: "Mein erster Antrieb war, zurückzutreten, mir das Gesicht abzutrocknen und ihr zu verstehen zu geben, dass sie mir einen Gefallen erwiese, wenn sie sich ruhiger verhielte. Sofort aber überlegte ich, wie albern es wäre, Schätze zurückzuweisen, die mir so freigebig angeboten wurden. So hütete ich mich denn wohl, meinen Unmut merken zu lassen. Im Gegenteil überwand ich mich aufs äusserste und suchte nach einem reichlicheren Anteil schmutzigen Wassers zu verlangen. Und wirklich, nach einer halben Stunde hatte ich an dieser neuen Art Besprengung Gefallen gefunden. Ich nahm mir fest vor, so oft wie möglich an den gebenedeiten Platz zurückzukehren, wo solche Reichtümer umsonst ausgeteilt wurden."


Gebet

Heilige Theresia vom Kinde Jesus! Hab Dank für das Beispiel der Verträglichkeit, das ich an dir bewundere und nachahmen will. Ich will wie du verträglich sein, will mich über die Verdriesslichkeiten des täglichen Lebens mutig und stark hinwegsetzen und in heiligem Opfermut im Regen der Lieblosigkeiten standhalten, um dafür mit dem Rosenregen deiner Erhörung begnadet zu werden. Amen.